Rifugio Tagliaferri Original
Willkommen auf einer der legendärsten und anspruchsvollsten Routen der Orobie. Diese Strecke ist nicht für jedermann geeignet: Es handelt sich um ein echtes Mountainbike-Abenteuer, bei dem die Zeit stillzustehen scheint. Die sensationelle Neuigkeit ist, dass die ursprüngliche Route, die über die Pässe zum Tagliaferri führt, wieder „befahrbar“ ist. Ich setze Anführungszeichen, weil die neue Variante, die den Erdrutsch umgeht, starke Nerven erfordert: Befahren Sie sie nur, wenn Sie keine Höhenangst haben, mit Ketten vertraut sind und vorzugsweise zu zweit unterwegs sind, um sich an kritischen Stellen gegenseitig die Räder zu reichen. Wenn Sie alleine oder mit einem EMTB unterwegs sind, entscheiden Sie sich besser für die Varianten Demignone oder Belviso.
Anstieg: vom Vivione zum Venerocolo
Start ist in Schilpario (Achtung: In Ronco muss der Parkplatz über die App bezahlt werden). Der erste Teil ist ein gemütlicher Anstieg auf Asphalt bis zum Passo del Vivione, ideal zum Aufwärmen der Beine. Von hier aus beginnt der eigentliche Anstieg zum Passo del Gatto: Derzeit ist es eine Mischung aus Radfahren und Schieben, aber die laufenden Bauarbeiten (Bagger im Einsatz bis 2025) werden die Strecke bald bis zum Passo del Venerocolo vollständig befahrbar machen. Das bedeutet mehr Leichtigkeit beim Aufstieg, aber leider den Verlust der historischen technischen Abfahrt vom Gatto.








Die Passüberquerung: Zwischen Ketten und malerischen Brücken
Nach einer ersten Abfahrt vom Passo del Gatto (nicht allzu eng, aber mit ausgesetzten Stellen) geht es wieder hinauf zum Venerocolo, um die Überquerung in Richtung Tagliaferri zu beginnen. Hier betreten wir das Reich des Adrenalins:
- Passo Demignone: Anstieg mit durch Ketten gesicherten Passagen.
- Il Traverso: Ein langer natürlicher Balkon, der zum Radfahren einlädt, aberdie Ausgesetztheit ist extrem hoch: Ein Fehler ist hier nicht erlaubt.
- Die Variante Frana: An der Abzweigung zum Erdrutsch angekommen, steht man vor der kritischsten Stelle, an der das Umtragen des Fahrrads fast unumgänglich ist. Ist das Hindernis überwunden, folgt ein entspannterer Abschnitt der Schwierigkeitsstufe S2.
- Passo del Vo: Bevor man die Hütte erreicht, bietet der Passo del Vo einen atemberaubenden Blick auf den Lago del Belviso.







Abfahrt: 10 km pure Ekstase (1200 Höhenmeter)
Nach einem Teller Pasta in der Tagliaferri-Hütte (2328 m) macht man sich bereit für eine der berühmtesten und längsten Abfahrten der Region Bergamo.
- Der Start: Die ersten 100 Meter sind „schmutzig“, mit Passagen, die man zu Fuß bewältigen muss, und Ketten.
- Der Kern: Sobald die letzte Herausforderung gemeistert ist, beginnt der Zauber. 10 km Abfahrt in einer wilden Berglandschaft. Hier findet ihr alles: technische Passagen, Flow-Abschnitte, natürliche Felsgärten und Trial-Passagen.
- Das Finale: Je weiter man an Höhe verliert, desto schneller und flüssiger wird der Weg und endet mit einem Mix aus Felsen und Wurzeln, der euch zurück nach Schilpario bringt.
Ihr kommt nach einem endlosen Tag völlig erschöpft im Tal an, aber mit dem Bewusstsein, eine der epischsten Touren im gesamten Alpenraum hinter euch gebracht zu haben.
Streckenstil: All Mountain
Persönliche Bewertung: Aussichten 10/10; Abfahrten 10/10
MTB: Ja
EMTB: Nicht empfohlen
Dauer ca. 11 Std. (mit MTB)
Tragen: viel
Schwierigkeitsgrad Aufstieg: Leicht bis zum Vivione, danach sehr anspruchsvoll
Schwierigkeitsgrad Abfahrt: Mittel S3/S2
Ausgesetzt: Sehr
Körperlich anstrengend: JA
Wasserstellen: Siehe Beschreibung







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