Magnodeno hardline
Vergesst die Bike-Parks und die glattgeschliffenen Hänge. Hier geht es um Mountainbiken pur, wo der Fels das Sagen hat und Trial-Technik der einzige Ausweg ist. Die Magnodeno Hardline ist eine brutale, spektakuläre und unerbittliche Strecke, konzipiert für alle, die herausfinden wollen, wo die Grenzen des Bikes enden und die des Fahrers beginnen.
Der Aufstieg Teil 1: Das (künstliche) Paradies
Man startet in Lecco und steuert entschlossen auf den Platz der Seilbahn „Funivia dei Piani d’Erna“ zu. Von hier aus ist die Wahl für alle, die den Spaß und den Höhenunterschied maximieren wollen, klar: Man lädt die Bikes in die Seilbahn (Kosten ca. 10 Euro) und fliegt hinauf nach Piani d’Erna. Von der Bergstation stürzt man sich sofort auf einen kniffligen S3/S4-Trail, einen Teppich aus losem und festem Gestein, der sofort deutlich macht, aus welchem Holz der Boden von Lecco geschnitzt ist. Nach diesem technischen „Vorgeschmack“ trifft man wieder auf die Auffahrtsstraße, um den Aufstieg zum Hauptziel fortzusetzen.
Der Anstieg Teil 2: Die Hölle (im Sattel und auf den Schultern)
Zurück auf der Straße ändert sich die Lage. Es beginnt eine Reihe von „Friss und Trink“-Abschnitten mit unüberwindbaren Steigungen. Es gibt einen etwa 150 Meter langen Abschnitt, an dem die Herausforderung total wird: Entweder man hat übermenschliche Beine oder man macht sich bereit zum Schieben, denn hier bringen Traktion und Steigung selbst die leistungsstärksten E-MTBs in Bedrängnis. Ist diese Qual überwunden, erwartet uns die letzte Anstrengung: ein Abschnitt, den man tragen muss, und eine kurze gesicherte Passage (nichts Kompliziertes), die als Tor zum Gipfel des Magnodeno dient. Hier ist der 360°-Blick auf den Lecco-See eine glatte 10, aber es ist nur die Ruhe vor dem Sturm.
Der Grat: Adrenalin pur
Die Abfahrt beginnt direkt auf dem Gipfelgrat. Der erste Teil ist eine senkrechte Wand mit S4/S5-Passagen, bei denen die Kontrolle über das Bike alles ist. Weiter geht es auf dem Grat: Die Steigungen werden etwas flacher, doch die technischen Schwierigkeiten bleiben konstant, mit richtig kniffligen Passagen, die keine Ablenkung zulassen. Man schwebt ständig zwischen der Erhabenheit des Panoramas und der Wildheit des Trails.
Hardline: Fels und Trial
Wir kommen ins Herz der Strecke: ein extrem technischer und felsiger Weg. Hier gilt nur eine Regel: ausschließlich bei trockenem Wetter befahren. Es ist eine endlose Abfolge von S4- und S5-Passagen, wo der Nose Press zu eurem besten Freund wird und das Lesen der Linie den Unterschied ausmacht, ob ihr im Sattel bleibt oder zu Fuß gehen müsst.
Das Finale: Das Lächeln von Vicerola
In Erve angekommen, ist die Anstrengung noch nicht vorbei. Ein Anstieg führt uns zur Croce di Vicerola. Von hier aus ändert der Weg endlich sein Tempo: Ein schneller und unterhaltsamer S2-Abschnitt mit einigen S3-Passagen, die die Aufmerksamkeit aufrechterhalten, ermöglicht es, die Bremsen loszulassen und die Geschwindigkeit zu genießen. Ein letzter Abschnitt im „Essen und Trinken“-Modus bringt uns zurück zum Ausgangspunkt: müde, erschöpft, aber mit einem Lächeln im Gesicht, das nur die Hardline schenken kann.

Streckenstil: All Mountain
Persönliche Bewertung: Aussichten 9/10; Abfahrten 9/10
MTB: Ja
EMTB: Ja (Vorsicht beim Tragen)
Dauer ca. 6–7 Std. (mit MTB)
Trageabschnitt: 200–300 m
Schwierigkeitsgrad Aufstieg: Sehr anspruchsvolle Anstiege
Schwierigkeitsgrad Abfahrt: S4 mittel mit S5-Passagen
Ausgesetzt: Ausgesetzte Abschnitte auf dem Grat, die niemand im Sattel bewältigen muss
Rutschig: Ich empfehle, auf trockene Tage zu warten
Wasserstellen: Hütte nach dem Aufstieg zu den Piani d’Erna







Italiano
English