Anello Orobico del Madonnino discesa Cardeto (2 giorni)
Eine epische Tour, wie sie einem im Herzen und in den Beinen in Erinnerung bleibt. Wir sprechen hier von 3200 Höhenmetern und 50 km purem Abenteuer, das in der abschließenden Abfahrt durch das wunderschöne Cardeto-Tal gipfelt. In der Originalversion habe ich die gesamte Tour in 12 Stunden zurückgelegt, aber mein Rat als Freund ist, es gemächlicher anzugehen: Genießt die monumentalen Landschaften und macht Halt in der Gemelli-Hütte, um dort zu übernachten. Im Vergleich zur Cernello-Variante ist die letzte Abfahrt hier schöner, kontinuierlicher und lohnender.
TAG 1: Auf zum Herzen der Orobie
Start ist in Gromo, wo man auf Asphalt in Richtung Valcanale warmfährt. Während man die bequeme Straße hinaufsteigt (Wasserstelle), wird der Blick von der herrlichen Ostwand des Vaccaro und der massiven Gestalt des Arera gefesselt, vorbei am malerischen kleinen See von Valcanale. Sobald man den Asphalt hinter sich lässt, geht es auf einen betonierten Weg, der komplett befahrbar ist, aber ein Ratschlag: Wagt es nicht. Spart euch die Kraft für später auf und verausgabt euch nicht in den zu steilen Abschnitten.
Bei der Alpecorte-Hütte angekommen (ganzjährig geöffnet, Wasser), geht es zügig weiter zum Passo del Branchino. Mit dem E-MTB ist der Anstieg ein reines Vergnügen im Sattel, während man mit dem normalen Mountainbike gut 70 % der Strecke aus eigener Kraft bewältigen muss. Vom Branchino aus macht man Halt, um das Tal zu überblicken, fährt am See vorbei und hält am Pass (1820 Meter) an, um sich anzuziehen: Schutzausrüstung anlegen, denn nun beginnt der klassische alpine Trail S2+/S3, schnell und mit technischen Passagen, die das Fahrgefühl steigern.


Bei den Hütten von Mezzeno (1600 Meter, Wasser) ist es vorbei mit dem Vergnügen: Es warten 500 Meter mit dem Fahrrad auf dem Rücken auf uns, um den Mezzeno-Pass (2142 Meter) zu bezwingen. Vom Gipfel aus ist der Blick auf das Roncobello-Tal und den Menna atemberaubend. Die Abfahrt zur Gemelli-Hütte ist ein sehr technischer S4: Wenn ihr am großen Stein ankommt, haltet euch rechts, sonst geratet ihr in die Rinnen der Variante links. Während der technischen Passage erscheint der Lago Gemelli vor euch wie eine Fata Morgana. An der Hütte (1950 Meter, Wasser) habt ihr 1900 Höhenmeter hinter euch (1200 m mit dem Rad, 500 m auf dem Rücken und 200 m im Schieben). Wenn ihr noch Energie habt, ist die Tour zu den 5 Seen (Colombo, Becco, Marcio, Casere) ein exploratives „Muss“.




TAG 2: Die „Traverso Infinito“ und der Gipfel
Vom Gemelli geht es hinunter zum Pian delle Casere-See und weiter auf dem flachen Weg am Marcio-See entlang: atemberaubend schön, aber voller kleiner Steine, die Vorsicht erfordern. Nach einem felsigen Abschnitt der Schwierigkeitsstufe S3 biegt man auf den legendären CAI 213 ab: ein panoramischer Weg der Schwierigkeitsstufen S1/S2, gesichert, aber ausgesprochen ausgesetzt. Hier ist höchste Vorsicht geboten: Genießt die Aussicht, aber bleibt bei klarem Verstand!





Am Lago di Sardegnana (1750 m ü. M.) angekommen, geht es wieder auf dem Rücken bis zum Pass (1880 m ü. M.). Die ersten 30 Meter des Abstiegs werden zu Fuß zurückgelegt (technisch und ausgesetzt), dann beginnt eine spektakuläre Querung voller adrenalingeladener Sprünge. Man gelangt wieder auf die betonierte Straße und fährt, am Fegabolgia-See vorbei, mit voller Kraft bis zur Calvi-Hütte (2000 m ü. M.). Von der Hütte aus geht es weiter zum Portula-Pass (2273 m ü. M.) mit weiteren 300 Metern Schulterstück/Schieben. Fantastische Landschaften, aber die letzte Anstrengung steht noch bevor: 220 Höhenmeter zu Fuß, um den Gipfel des Madonnino (2502 Meter) zu erreichen. Ein 360°-Panorama, einfach großartig.
Die finale Abfahrt: Die Ekstase des Cardeto
Vom Gipfel sind die ersten 200 Meter steile S3/S4-Passagen, die fast vollständig im Sattel und mit klopfendem Herzen zu bewältigen sind. Es folgt eine kurze, nicht befahrbare Querung zum Portula-Pass. Von hier aus beginnt der wahre Zauber des Cardeto-Tals: Der erste Teil ist eine S3-Passage mit verschiedenen S4-Abschnitten, aber im Gegensatz zum Cernello ist die Abfahrt hier kontinuierlich und flüssig. Der Schwierigkeitsgrad nimmt mit zunehmender Höhe ab und verwandelt sich auf den letzten Wegen in eine rasante S1-Abfahrt, die euch mit einem unauslöschlichen Lächeln ins Tal zurückbringt.



Tipps und Varianten: Von den Gemelli aus kann man über die 212 (diese Route) abfahren und in Branzi eine Unterkunft suchen; am nächsten Tag steigt man zum Calvi auf und nimmt dabei die gesamte, sehr landschaftlich reizvolle Querung 213. Man kann bis unterhalb des Pizzo del diavolo di Tenda aufsteigen oder ins Val Sambuzza (diese Route) hinaufsteigen oder einen weiteren Tag einplanen und über eine der anderen Routen der Gegend aufsteigen (z. B. den Passo di Val Cervia (diese Route)).
Video der kompletten Tour mit Abfahrt vom Cernello
Video der Abfahrt vom Madonnino ins Valle del Cardeto
Routenart: All Mountain
Persönliche Bewertung: Aussichten 10/10; Abfahrten 9/10
MTB: Ja
EMTB: Nicht empfohlen
Dauer ca. 16–20 Std. (mit MTB)
Trageabschnitte: 1200 m
Schwierigkeitsgrad Aufstieg: stellenweise sehr anspruchsvoll
Schwierigkeitsgrad Abfahrt: P.Branchino 350 m S2 / P.Mezzeno 250 m S4 / Colombo 200 m S2 / P.Sardegnana 150 m S2+ / Madonnino 200 m S4 / P.Portula S3 / Letzte Wege S1
Ausgesetzt: Einige gesicherte Abschnitte auf der Querung 213
Entwässerung: JA
Wasserstellen: Siehe Beschreibung







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